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Textprobe:
Kapitel 3.2.4.2, Nutzung in Motoren:
Bereits in den 40iger Jahren, während der Mangelwirtschaft im Krieg, wurde mittels eines klassischen Gleichstromvergasers („Imbert“ – Vergaser) Gas für den Einsatz in Motoren produziert. Durch unausgereifte Reinigungsstufen waren die Motorstandzeiten jedoch verkürzt, so dass die Nutzung nach dem Krieg schnell an Bedeutung verlor.
Eine Weiterentwicklung stellt der „Open – Top“ – Vergaser dar, bei dem durch die kontinuierliche Beschickung mit Biomasse von oben zusätzlich Luft einströmt. Durch diese zusätzliche Sauerstoffquelle oxidiert ein Teil der langkettigen Kohlenwasserstoffe in der Pyrolysezone und reduziert so zusätzlich den Teergehalt im Produktgas.
Für den Einsatz in Gasmotoren darf der Anteil an Feststoffpartikeln nur sehr gering sein. Durch die starken Verschleißerscheinungen und der Bildung von Teerablagerungen wäre der Wartungsaufwand enorm und die Lebensdauer beanspruchter Bauteile stark verkürzt. Durch die Abkühlung des Gases auf 30 – 50°C und den Einsatz von Partikelabscheidern lassen sich diese Anforderungen erfüllen.
Nutzung in Gasturbinen:
Soll das Produktgas in einer Gasturbine genutzt werden, muss es weiter konditioniert werden als bei der motorischen Nutzung, da Partikel und mögliche Alkaligehalte sich hier noch stärker negativ auswirken. Alkalimetalldämpfe können leicht durch Abkühlung auf unter 600 C vor der Partikelabscheidung entfernt werden, da die Dämpfe an den Partikeloberflächen auskondensieren. Langkettige Kohlenwasserstoffe müssen nur dann abgeschieden werden, falls für einen Verfahrensschritt eine relevante Temperaturabsenkung nötig ist und so die Teere die Filteranlagen verstopfen könnten.
Gasturbinen kommen in Anlagen mit IGCC – Technologie (Integratet Gasification Combined Cycle) zum Einsatz, in diesen wird hauptsächlich Strom erzeugt. Das Brenngut wird mittels Luft vergast und das gebildete Produktgas gereinigt. Weiterhin wird es in einer Gasturbine verbrannt, die einen Generator antreibt. Die entstehende Abwärme wird durch einen Abhitzekessel zu Dampf aufbereitet und treibt eine Dampfturbine an. Eine auf der IGCC – Technologie basierende Zukunftsvision ist der Betrieb eines „CO2 – freien“ Kraftwerks. Der schematische Ablauf ist in Abbildung 3.6 dargestellt. Bei diesem wird der Brennstoff mit reinem Sauerstoff vergast. Das gebildete Produktgas ist stickstoffarm und wird über weitere Teilreaktionen (Gleichung 3.7; 3.8) zu Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid umgewandelt. Im Folgenden kann das Kohlenstoffdioxid abgetrennt werden. Ziel dieser aufwendigen Anlage ist es, beim Betrieb der Turbine ausschließlich Wasser und keine Treibhausgase zu bilden. Die Bezeichnung „CO2 – freies“ Kraftwerk ist irreführend, da es zu Lasten des Wirkungsgrades vor der Verbrennung entfernt wird und an anderer Stelle gespeichert werden muss.
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