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Einleitung:
„Bei schönem Wetter kann jeder segeln. Erst bei Sturm zeigt sich der wahre Kapitän“, Klaus Jacobs.
Trotz Konjunkturrückgangs verstrich in den letzten Jahren kaum ein Tag, an dem nicht interessante Stellenausschreibungen für Vorstände, Geschäftsführer oder oberste Führungskräfte zu lesen waren.
Führungswechsel gehören zum Alltagsleben im Unternehmen und stellen doch immer wieder Herausforderungen bzw. Überraschungen für alle Mitwirkenden dar.
„Jeder, der es bereits hinter sich hat, weiß: Die Beförderung oder die Einstellung allein macht einen noch nicht zum Chef, schon gar nicht zu einem guten“.
Problemstellung:
Es ist offensichtlich, dass es einfacher ist Führungskraft zu werden als eine gute Führungskraft zu sein! Viele „Jungmanager“ sind überheblich, größenwahnsinnig, haben kein Fingerspitzengefühl aber dafür oft strategische und soziale Defizite. Oder warum bringen sich viele, der im Verlauf genannten, frisch gebackenen Führungskräfte um Kopf und Kragen?
Bislang wird in den üblichen Trainings und Seminaren die übertriebene Selbsteinschätzung dieser neu rekrutierten Chefs vorenthalten. Man unterweist die Managern in die Thematik der Selbstorganisation und Mitarbeitermotivation und hofft, dass sich die verhängnisvolle überspannte Selbstansicht von alleine wieder legt.
Die Überschätzungsfolgen von Führungskräften sind für alle eindeutig erkennbar – nur nicht direkt für sie selber. Um die Folgen der Überheblichkeit wahrzunehmen, muss man sich nur in die Führungsbereiche der Führungskräfte Einblick verschaffen:
- wenig überwältigende Erfolge.
- hoher Mitarbeiterwechsel.
- überdurchschnittlicher Mitarbeiterkrankenstand.
- geringe Mitarbeitermotivation.
- ineffiziente Wertschöpfung, hohe Prozessblockaden.
- schlechtes Betriebsklima und schlechtes Manageransehen bzw. -image bei seinem Team.
So hätte sich auch Klaus Kleinfeld, der die Nachfolge von Heinrich von Pierer bei der Siemens AG antrat, vermutlich nicht träumen lassen, den Einbruch bzw. die Kritik als neuer Chef, kaum zwei Jahre nach Übernahme des Vorstandssessels, so hart zu erleben. In der Führungskrise bei Deutschlands größtem Elektrokonzern warf Vorstandschef Kleinfeld das Handtuch und verlies den Konzern im Herbst 2007. „In diesen Zeiten braucht das Unternehmen Klarheit über seine Führung. Daher habe ich mich entschlossen, für die Verlängerung meines Vertrags nicht mehr zur Verfügung zu stehen“, sagte Kleinfeld in München. Für ihn war die Uhr abgelaufen. „Kleinfelds Sturz wird wohl in die deutsche Unternehmensgeschichte eingehen. Derart schnell hat sich selten das Blatt für einen Topmanager gewendet“.
Es gibt noch einige andere Beispiele, die für einen mehr oder weniger spektakulären Wechsel in den Führungsetagen der großen Firmen stehen, wie z.B.:
Neuer Vorstandschef des Energiekonzerns RWE wird zum 01.Februar 2008 der Stahlunternehmer Jürgen Großmann. Harry Roels selbst soll seinen Nachfolger einarbeiten.
„Der Mobilfunkbetreiber Vodafone D2 wechselt seine Führungsspitze aus.“ Der diplomierte Elektrotechnik-Ingenieur Friedrich Joussen folgt Jürgen von Kuczkowski und übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung von Vodafone in Deutschland.
Der bisherige Audi-Chef Martin Winterkorn trat zum 01.Januar 2007 die Nachfolge des VW-Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder an. Nach dem Wechsel von Winterkorn an die Spitze von Volkswagen soll Rupert Stadler die VW-Tochter Audi auf der Erfolgsspur halten.
„Der unter Ertragsschwäche leidende japanische Elektronikriese Sony hat erstmals einen Nicht-Japaner an die Unternehmensspitze berufen.“ Der Amerikaner Sir Howard Stringer löste Sony-Chef Nobuyuki Idei, dessen Stellvertreter er war, ab.
Der Anwärter des Chefpostens sollte sich, wenn irgendwie möglich, in einem Unternehmensbereich mit Potential profilieren. Vor allem Abteilungen mit Sanierungsbedarf oder einer schwachen Führung sind dafür Erfolgsversprechend. Jedoch ist es sinnlos, den avisierten Erfolg „auf Biegen und Brechen“ und gegen alle Widerstände durchzubringen. „Ein solches Vorgehen hat zum Beispiel Ex-Vorstand Stefan Pichler bei Thomas Cook den Kopf gekostet“.
Die Reihe der Beispiele ist beliebig fortsetzbar!
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