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Textprobe:
Kapitel 3., Subprime Krise:
Die Krise ist aufgrund verschachtelter Finanzprodukte und sich änderndem Marktumfeld sehr komplex. Um sie möglichst verständlich darzustellen, erfolgt die Unterteilung in Beginn, Verlauf und Auswirkungen. Der begrenzte Rahmen der Arbeit erlaubt vor allem eine Übersicht einer Situation, die in ihrem Ausmaß noch zu erfassen sein wird. Auf umfassende Details wurde zugunsten einer klaren Struktur verzichtet.
Beginn der Krise:
Im Jahr 2004 hat sich die amerikanische Konjunktur so weit stabilisiert, dass die US Notenbank wieder beginnt, die Leitzinsen langsam zu erhöhen, um der Gefahr einer Inflation entgegenzutreten. Die Immobilienhausse hält zu dieser Zeit dagegen noch an, die Nachfrage nach forderungsbesicherten Wertpapieren wie ABS, MBS und CDOs steigt stetig an. Die Anpassung der variablen Hypothekenzinsen in Gleitzinsverträgen führt dazu, dass die Ausfälle der Schuldner zunehmen. Refinanzierungen durch andere Kredite sind aufgrund steigender Kurzfristzinsen nicht mehr möglich. Die betroffenen Häuser werden verkauft oder von den Hypothekenanbietern zwangsversteigert.
Zur siebzehnten Zinserhöhung im Juni 2006 hat sich die Situation drastisch verändert. Nach anfänglicher Stagnation des Immobilienmarkts fallen die Häuserpreise schließlich. Die ursprüngliche Sicherung der Hypotheken durch den erhöhten Häuserpreis ist so nicht mehr gegeben. Um dies zu kompensieren, verlangen die Banken zusätzliche Sicherheiten. Dieser Belastung können viele Schuldner, vor allem aus dem Subprime-Kundenstamm, nicht nachkommen. Weitere Hausverkäufe folgen. Die Kreditausfälle im Subprime Markt betragen zu Beginn 2007 statt regelhaften fünf Prozent zwischen 10 und 20 Prozent. Doch auch Alt-A Kredite fallen zunehmend aus: Lag die Ausfallquote 2006 noch bei 2,38 Prozent, so schätzt die Credit Suisse die Ausfälle dieses Segmentes auf 12,6 Prozent.
Von der Kredit- über die Vertrauens- zur Liquiditätskrise:
Kreditausfälle:
Die Zins- und Tilgungsausfälle der Kredite bleiben aufgrund der Forderungsverbriefungen durch True-Sale-Transaktionen nicht bei der Bank, sondern werden an die SPV weitergegeben. Dieser Trend mag auch zum Teil die lockeren Kreditvergabestandards begründet haben.
Die SPV wiederum reicht die Einbußen an die Erstverlustposition der Wertpapiere, die Equity-Tranche, weiter. Das Interesse insbesondere der Hedgefonds an diesen renditestarken Wertpapiertranchen hat in diesem Zusammenhang die Folge, dass auch die Fehlbeträge getragen werden müssen. So wirkt sich die Krise im Finanzmarkt zunächst bei den Hedgefonds aus.
Verluste Hedgefonds:
Der Hedgefonds New Century Fund war der Erste, der im Mai 2007 Insolvenz anmelden musste, viele weitere Unternehmen folgten. Darunter waren auch durchaus namhafte Firmen wie bspw. zwei Hedgefonds der Investmentbank Bear Stearns, die sich mit US 20 Mrd. in Subprime Hypotheken verbrieften Wertpapieren verspekulierten.
Mehr Sicherheiten:
Durch die fallenden Immobilienpreise ist der Gegenwert der abgesicherten Forderungstransaktionen nicht mehr gegeben. Um das auszugleichen, verlangen die Banken nun von den Hedgefonds zusätzliche Sicherheiten für ihre Kredite. Um diese wiederum aufzubringen, müsste eigentlich das Eigenkapital erhöht werden – die Eigentümer der Hedgefonds sind jedoch eher interessiert, die Anteile zu verkaufen und sicherere Anlagemöglichkeiten zu suchen. Die Alternative des Wertpapierverkaufs hat wegen gesunkener Preise ebenfalls Eigenkapitaleinbußen zur Folge, was die Bank wiederum zu mehr „margin calls“, also Rufen nach mehr Sicherungseinlagen treibt.
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