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Einleitung:
Bereits im Jahr 1961 stellte Robert A. Mundell fest: „The optimum currency area is not the world“ und legte zeitgleich den Grundstein zur Theorie optimaler Währungsräume, im folgenden OCA-Theorie (Optimum Currency Areas-Theorie) genannt. Die OCA-Theorie untersucht, unter welchen Voraussetzungen der Verzicht auf den Wechselkurs als Anpassungsinstrument auf exogene Schocks innerhalb eines gemeinsamen Währungsraumes, die später näher erläutert werden, sich als akzeptabel und unter Umständen als vorteilhaft erweisen kann.
Im Allgemeinen versteht man unter einem Währungsraum ein geografisches Gebiet, in dem eine einheitliche Währung anerkannt ist. Dieses Gebiet kann sich auf einen Staat beschränken oder mehrere Länder umfassen. Sofern das Gebiet mehrere Länder umfasst, handelt es sich um eine Währungsunion, wie beispielsweise die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU).
Das Kriterium der Optimalität ist gekennzeichnet durch das Erreichen eines internen und externen Gleichgewichts für das gesamte Währungsgebiet. So ist ein optimaler Währungsraum durch eine niedrige Inflation und niedrige Arbeitslosigkeit definiert (internes Gleichgewicht) und zugleich durch eine möglichst ausgeglichene Zahlungsbilanz (externes Gleichgewicht).
Aufgrund der Tatsache, dass innerhalb einer Währungsunion unwiderruflich fixierte Wechselkurse zwischen den Teilnehmerstaaten vereinbart sind und zugleich flexible Wechselkurse zur übrigen Welt existieren, besteht das größte Problem einer Währungsunion darin, die oben genannten wirtschaftspolitischen Ziele unter Aufrechterhaltung eines fixierten Wechselkurses zu erreichen und zu erhalten. Dieses Problem ergibt sich verstärkt aus einer wachsenden Teilnehmeranzahl einer Währungsunion.
Im Falle der EWWU wäre hier die Erweiterung der Europäischen Union (EU) zu betrachten und auf ihre Auswirkungen zu untersuchen. Die EU-Erweiterungen im Jahr 2004 und 2007 vergrößerten die Europäische Union um zehn mittel- und osteuropäische Länder (MOEL). Durch die Übernahme des Acquis Communautaire ist eine Einführung des Euros für diese Länder unabdingbar. Slowenien konnte als erstes Land der EU-Osterweiterung am 1. Januar 2007 den Euro als offizielles Zahlungsmittel einführen. Die im weiteren Verlauf zu betrachtenden und zu untersuchenden MOEL beschränken sich hier auf die verbleibenden sieben Mitgliedsstaaten (MOEL-7) der ersten EU-Erweiterung vom 1. Mai 2004: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn, sowie auf die zwei jüngsten Mitgliedsstaaten vom 1. Januar 2007: Bulgarien und Rumänien.
Durch die zukünftige Integration der MOEL in die Europäische Währungsunion (EWU) ergeben sich u. a. folgende Fragen: Welche Voraussetzungen sind für eine EWU-Teilnahme zu erfüllen? In wieweit scheinen die MOEL zur Teilnahme an der Europäischen Währungsunion geeignet zu sein? Wann ist mit einem Beitritt der einzelnen Volkswirtschaften zu rechnen? Welche Änderungen ergeben sich durch die Teilnahme der MOEL an der EWU, für die derzeitigen EWU-Teilnehmer und für die MOEL selbst? Und stellt die zukünftige EWU einen optimalen Währungsraum dar?
Ziel dieser Arbeit ist es, unter Rückgriff auf die OCA-Theorie Antworten auf die gestellten Fragen aufzuzeigen. Auf diesem Wege werden deshalb in Kapitel 2 zunächst die Ursprünge und grundlegenden Ansätze der OCA-Theorie erörtert. Kapitel 3 liefert dann einen Überblick über die derzeitigen und zukünftigen EWU-Teilnehmerstaaten und gibt die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Euro-Einführung an. In Kapitel 4 wird die Eignung der MOEL zur Teilnahme an der EWU unter Berücksichtigung der Maastricht-Kriterien und der OCA-Theorie analysiert, um im Fazit die zentrale Frage nach der Optimalität des zukünftigen europäischen Währungsraumes zu beantworten.
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